Vollkommenheit, nach der wir streben 3

 

Alles im Universum enthält Mängel, uns selbst eingeschlossen. Nicht einmal Gott strebt mit seinen Schöpfungen nach Vollkommenheit. Nur die Menschheit ist von dieser dummen Arroganz besessen.

Frank Herbert

Wir leben wie alle anderen Menschen zu jeder anderen Zeit. Verändert haben wir uns kaum. Bestenfalls ein wenig Sensibilität hier, etwas mehr Demokratie da. Zivilisation ist ein lahmer Prozess.

Besser wäre es, wie Götter zu leben: bedürfnislos, emotionslos – perfekt! Sich jederzeit und in vollem Ausmaße der eigenen Existenz und dem Sinn darin bewusst. Aber wir sind keine Götter und es besteht wenig Aussicht, einen vergleichbaren Status jemals zu erreichen. Unser menschliches Erbe steht uns im Weg.

Wie sollen wir auch göttliches erreichen, machen wir uns doch selbst in diesen vermeintlich aufgekärten Zeiten permanent unsere eigenen Götter aus dem, was wir in der Welt vorfinden. Ausgestattet mit all dem, was wir doch so gerne hätten. Sicherheit, Unversehrtheit, Gewissheit… Eine intensive Liste. Durch die Vergöttlichung dessen im Profanen erschaffen wir uns unser eigenes Raum-Zeit-Kontinuum, abgenabelt und isoliert in der universellen Zeitmatrix. Vielleicht wäre das nicht so gefährlich, hätten wir keine Götter, denn wo Götter sind, da sind Dämonen nicht weit. Hass, Leid, Missgunst, Verrat und Rache sind die Namen der Prominenz dieser grotesken Gesellen, die sich selbst in vandalistischer Glorie feiern. Fest und Zelerbierung sind es aber eben auch, die den Menschen seit jeher anziehen wie das Licht die Fliegen. So ist es ein leichtes neue Wirte zu finden und der Menschheit den Weg zum Gottmenschen, vielleicht der nächsten Stufe abzuschneiden.

Oder irren wir uns im Ganzen?

3 thoughts on “Vollkommenheit, nach der wir streben

  1. Reply p Aug 9,2011 04:28

    ja wir irren uns im ganzen.

    Pinkenvolle Grüße,
    Deine Pina Paua 🙂

    bzweise… – wie Du ja so schön sagtest: erschaffen wir uns unser eigenes Raum-Zeit-Kontinuum, abgenabelt und isoliert in der universellen Zeitmatrix.
    mmmm ist das wirklich Zeit? Zeit ist ein phänomenales Rätsel…das übersteigt mein Fassungsvermögen …von hier aus… denn ich ICH ICH (ganz ganz groß geschrieben) bin abgenabelt und isoliert weil ich ICH sein will… Ohne die Abnabelung und Isolation könnte ich nicht ICH sein… damit ich ICH sagen kann, brauche ich Grenzen. Einen Körper, den ich als mich, ich, als meins wahrnehmen kann, der irgendwo endet und von dem Andern abgegrenzt ist. ich brauche Raum, der begrenzt und abmeßbar ist, damit ich mich orten kann, damit ich sagen und empfinden kann „ich bin hier“. …vielleicht hast Du recht wenn Du sagst „Zeitmatrix“…vielleicht ist ja die Zeit ein…jene wundersame Kraft, die alles zusammenhält? die eine Illusion der Getrenntheit schafft und dabei doch alles miteinander verbindet?
    immerhin erleben wir die höchsten meditativen Zustände, die höchsten Augenblicke, die wir erreichen können, als ein „Anhalten der Zeit“…. aber immer nur einen Augenblick lang verfluchte Scheisse! 🙂

    Bezeichnenderweise wurde ich auf Dein Werk aufmerksam durch die Schnecken 🙂 diese lönglichenen Bilder von den Schnecken. Des Menschen Symbol schlechthin für Langsamkeit. Aus unserer Sicht sind sie viel näher dran am Anhalten der Zeit, an diesem magischen Schwellenmoment, der alles anhält und gleichzeitig alles öffnet und fliessen lässt…
    und schon haben wir wieder eine Vergöttlichung. göttliche kleine Schnecken 🙂

    • Reply Paganus Aug 29,2011 11:52

      Obgleich wir gewisse Augenblicke als eine Art von Stillstand der Zeit wahrnehmen können, bezweifle ich die Relevanz im Bezug auf die Zeit als solches. Der Artikel („die“ Zeit) geht wieder in eine Richtung von Personifikation oder zumindest Materialisierung, die mir irgendwie nicht angebracht erscheinen will. Temporale Mechanik ist komplex und doch sind wir da, zumindest vom naturwissenschaftlichen Standpunkt aus, weiter als man vielleicht denken mag. Ein Anhalten von Zeit setzt zudem den Gedanken einer Linearität voraus und tatsächlich will unser Bewusstsein erst einmal nichts anderes zulassen. Zeit, Raum und Gedanke als eine Einheit zu sehen erscheint dem Zeitgenossen absurd.
      Die Schnecken sind nun ein schönes Beispiel. 🙂 Tatsächlich vermute ich eine andere Wahrnehmung des temporalen Flusses. Vielleicht nehmen sie Zeit überhaupt nicht wahr, vielleicht ist das bei (fast) allen Tieren der Fall. Organismen ohne Selbstbewusstsein. Ein Bewusstsein des Selbst im Kontext zu Welt und Existenz halte ich dafür allerdings zwingend notwendig. Tiefer möchte ich aber auch nicht tauchen, da mir über die Wahrnehmung der gemeinen Molluske nicht ausreichend Informationen vorliegen.

Leave a Reply

  

  

  

*