Kontemplative Spaziergänge 2

LichtBlick

LichtBlick

In steter Unregelmäßigkeit treibt es mich hinaus in die Welt um mit meinen Gedanken alleine zu sein (und vielleicht auch unbewusst, um Antworten auf Fragen zu erhalten). Alleine ohne Ablenkung – das ist schwierig, ist doch noch der entlegenste Flecken von einer gewissen Betriebsamkeit menschlicher Natur geprägt. Das Geräusch eines in der Ferne vorbeirauschenden Zuges, gerade noch am Horizont des Hörbaren, ist mir gar nicht mehr so unangenehm wie es früher war. Man verändert sich und damit seine Wahrnehmung und, was vielleicht wichtiger ist, die Evaluation des Wahrgenommenen.

Wahrnehmung… ein schwieriges Thema. Gibt es etwas komplizierteres als die menschliche Wahrnehmung? Allzu viel nehmen wir wahr, nehmen wir für wahr. Wie können wir uns anmaßen, Wahrheit zu postulieren, schlimmer noch: sie mit einem Nimbus der Universalität kleiden, wenn sie doch lediglich Produkt unserer individuellen und zutiefst subjektiven Wahrnehmung ist?

Deduktive Phrasen können wir dreschen bis uns schlecht wird, ontologische Kartenhäuser bauen, bis der amythische Wind der Postmoderne sie in sich zusammenfallen lässt – nichts ist gewiss und kein Moment hat Bestand. Vor allem nicht der Moment der Wahrheit.

2 thoughts on “Kontemplative Spaziergänge

  1. Reply Tate Feb 26,2011 07:13

    „Wie können wir uns anmaßen, Wahrheit zu postulieren, schlimmer noch: sie mit einem Nimbus der Universalität kleiden, wenn sie doch lediglich Produkt unserer individuellen und zutiefst subjektiven Wahrnehmung ist?

    Deduktive Phrasen können wir dreschen bis uns schlecht wird, ontologische Kartenhäuser bauen, bis der amythische Wind der Postmoderne sie in sich zusammenfallen lässt – nichts ist gewiss und kein Moment hat Bestand. Vor allem nicht der Moment der Wahrheit.“

    Großartig! Jetzt hast du es begriffen! Ich freue mich!

  2. Reply Tate Feb 26,2011 07:16

    So mit das Beste, was du je geschrieben hast!

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