Dein Schmerz sitzt tief! 1

Was soll ich vergessen? Das ich mich meist falsch entschieden habe? Das ich nach rechts ging anstatt nach links? Ich kenne meine Fehler und brauche keinen Scharlatan der sie mir vor Augen führt. Gegen Schmerz und Schuldgefühl helfen keine billigen Tricks – sie machen uns erst zu dem was wird sind. Ich brauche meinen Schmerz, um zu wissen wer ich bin!

Star Trek V – Am Rande des Universums

Als ich mir diesen Film neulich wieder zu Gemüte führte, hat mich oben erwähnter Monolog nicht mehr los gelassen.

Zweifelsohne ist diese Ur-Star-Trek-Episode, im besonderen die Figur von James Tiberius Kirk, von einer starken, halsstarren Maskulinität, mehr noch einem Machogehabe geprägt, wie es in späteren Geschichten nicht mehr vorkommt. Wie auch immer man es evaluiert, ich kann dieser Aussage „Ich brauche meinen Schmerz, um zu wissen wer ich bin!“ umso mehr abgewinnen, je intensiver ich darüber nachdenke. Dieser nagende Gedanke brachte mich dazu, etwas intensiver über diese Art Schmerz zu meditieren.

Unser ganzes Leben ist geprägt von Entscheidungen und eine Entscheidung zu treffen ist die einzige und wahrscheinlich letzte Freiheit, die man ganz für sich alleine hat. Über Entscheidungsfindung habe ich ja bereits einen kurzen Gedanken notiert, weshalb ich nun nicht weiter darauf eingehen werde.

Gleichwohl jede Entscheidung auch immer ein Fehler ist (nach Dahlberg), so kommen wir nicht umhin, deren Konsequenzen zu tragen. Häufig habe ich den Eindruck, mit der Last der Jahre wird der Schmerz, Begleiterscheinung so mancher Entscheidung, nicht geringer. Stärker möchte ich jedoch auch nicht sagen, wohl aber anders. Es ist die Wahrnehmung, die sich mit uns verändert, neue Realitäten gebiert und unsere Evaluation der Vergangenheit, und somit auch des Schmerzes, vor einen permanenten Prüfungsausschuss des Gewissens zieht. Doch ergibt auch all diese Marter einen Sinn, zumindest sollte es so sein. Sinn, indem Lehren aus der Erfahrung gezogen werden, dienen sie doch immer der eigenen Entwicklung. Sie müssen lediglich in einen tragfähigen, praxisnahen Kontext gebracht werden. Leichter gesagt als getan. Die gleichen Fehler erneut zu begehen, ist leicht zu verhindern. Neue Fehler, mögen sie noch so ähnlich sein, sind hingegen nicht immer zu erkennen und meist berichtet erst die Tat über die Wertung.

Die häufig geforderte Leere im Sinne einer Erfahrungsneutralität ist schwierig zu verstehen, sind doch Hirn und Geist alles andere als ein Vakuum…

One comment on “Dein Schmerz sitzt tief!

  1. Reply Tate Dez 27,2010 10:17

    Leere ist so schwer zu verstehen, weil wir von Kind an angefüllt werden mit Prägungen und Katagorien, die es nur schwer zulassen, sie aufzulösen. Es funktioniert aber!

    Und wenn Leere erstmal erreicht ist, ist es an uns selbst sie wieder aufzufüllen, mit Dingen die wir wollen und nicht jemand anderes. Das ist Freiheit!

    „Alles, was du weißt, ist falsch.“ (The Firesign Theatre)

    „Zuerst ist ein Berg, dann ist kein Berg, dann ist.“ (Zen-Spruch)

    „Überzeugungen schaffen Überzeugte.“ (Gesetz des Diskordianismus)

    „Was immer du glaubst, schränkt dich ein.“ (R. A. Wilson)

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