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Blutschmuck

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Der Umwelttipp des vergangenen Monats, illsutriert mit meinen Bildern, ist abrufbar und zum kostenlosen Download bereit unter:

http://www.mainz.de/WGAPublisher/online/html/default/DDUG-8KC8BM.DE.0

Bitte nehmt euch die Zeit, den kurzen Artikel zu lesen!

Der zweite Tod ist schmerzloser, beim zweiten mal das eigene Sterben zu beobachten ist grotesk. Wenn das Seelenaggregat seinen Dienst verweigert, keine Tachyonenstöße mehr auf das Herz abgibt und sämtliche Subroutinen einstellt, ist die Zeit gekommen, den fraktalen Seelenstrang dieser Basis aufzugeben.

Rationalität und Kalkül sind sicher nicht das Ende, jedoch der Beginn aller Weisheit. Der nüchterne Geist schult sich unentwegt, seit dem ersten Atemzug, an den Problemen des Lebens und den Unbillen der Zeit. Die Ratio löst letztlich das Problem, nicht die Emotio. Gefühle sind stets frisch, kommen und gehen wie ein klimatisches Ereignis und geben keine zuverlässigen Ratgeber ab, sind sie doch stets reine Momentaufnahmen die sich weder schulen noch beherrschen lassen – in puro naturalibus. Aus einem Moment kann keine Erfahrung gezogen werden und Erfahrung ist die eine Hälfte des Schlüssel zu allem. Die andere Hälfte verorte ich in der Anpassungsfähigkeit. Leben bedeutet (auch) anpassen. Anpassen an gegebene Umstände, erkennen und umsetzen von Erfahrung.

Es wäre so einfach, ließe sich aus dem vorangegangenen eine allgemein gültige, eine absolute Gleichung ziehen. Das dieses Unterfangen ein sinnloser Wunsch ist wird schnell klar sobald man erkennt, dass der Faktor X sich verhält als wäre er ein Quantenteilchen. Wenn man ein Mensch ist, hat man Emotionen. Hat man Emotionen, gehört es dazu, sie in sein Leben zu integrieren. Ob man man dies nun möchte oder nicht ist irrelevant, einstweilen hat man dabei keine Wahl, da wir noch keine realisierbare Alternative umsetzen können.

Ist das so? Zweifelsohne gibt es keinen Gefühlszustand, der nicht integrierbar wäre. Leider stoßen wir auch hier wieder auf ein Detailproblem, was die ganze Sache in ihrer Komplexität erhöht: die Intensität. Vielleicht macht es Sinn, hier einen gedankliche Analgoie zu den Instinkten zu bilden (die jedoch wesentlich effektiver kontrolliert werden können).

Was tun? Ich erachte es als sinnvoll, eine Art inneren modus vivendi zu finden. Denn die Erfahrung (sie entkommt uns nicht) weiß zu berichten, dass es auf unserem derzeitigen Evolutionsstand nicht möglich ist, sämtliche Emotion abzulegen, alles was diesen Anschein haben mag mündet endlich in obskuren Kompensationen die das Individuum leicht zerstören können. Den Emotionen freien Lauf lassen ist jedoch mindestens im gleichen Maße schädlich, was sich an Beispielen von Genozid bis Terrorismus leicht schon im Großen beobachten lässt. Wenn sie sich schon nicht kontrollieren lassen, können sie vielleicht auf eine notwendige Sparflamme gedreht werden.

 

Demnach dürfte es ein relevanter Versuch sein, diese Hypothese zu examinieren.

 

Februar 2011

 

Alles im Universum enthält Mängel, uns selbst eingeschlossen. Nicht einmal Gott strebt mit seinen Schöpfungen nach Vollkommenheit. Nur die Menschheit ist von dieser dummen Arroganz besessen.

Frank Herbert

Wir leben wie alle anderen Menschen zu jeder anderen Zeit. Verändert haben wir uns kaum. Bestenfalls ein wenig Sensibilität hier, etwas mehr Demokratie da. Zivilisation ist ein lahmer Prozess.

Besser wäre es, wie Götter zu leben: bedürfnislos, emotionslos – perfekt! Sich jederzeit und in vollem Ausmaße der eigenen Existenz und dem Sinn darin bewusst. Aber wir sind keine Götter und es besteht wenig Aussicht, einen vergleichbaren Status jemals zu erreichen. Unser menschliches Erbe steht uns im Weg.

Wie sollen wir auch göttliches erreichen, machen wir uns doch selbst in diesen vermeintlich aufgekärten Zeiten permanent unsere eigenen Götter aus dem, was wir in der Welt vorfinden. Ausgestattet mit all dem, was wir doch so gerne hätten. Sicherheit, Unversehrtheit, Gewissheit… Eine intensive Liste. Durch die Vergöttlichung dessen im Profanen erschaffen wir uns unser eigenes Raum-Zeit-Kontinuum, abgenabelt und isoliert in der universellen Zeitmatrix. Vielleicht wäre das nicht so gefährlich, hätten wir keine Götter, denn wo Götter sind, da sind Dämonen nicht weit. Hass, Leid, Missgunst, Verrat und Rache sind die Namen der Prominenz dieser grotesken Gesellen, die sich selbst in vandalistischer Glorie feiern. Fest und Zelerbierung sind es aber eben auch, die den Menschen seit jeher anziehen wie das Licht die Fliegen. So ist es ein leichtes neue Wirte zu finden und der Menschheit den Weg zum Gottmenschen, vielleicht der nächsten Stufe abzuschneiden.

Oder irren wir uns im Ganzen?

Alexander Graeff dringt an unbequemen Lücken in die abendländische Kulturgeschichte ein und zeigt, dass es nicht-duale Vorstellungen von Gott und der Welt genauso gegeben hat wie die dualen, die descartschen. Gewiss sind diese Vorstellungen marginal, aber sie können gerufen werden! Graeff philosophiert nicht nur, er meditiert, ruft herab und heraus: Sein Geist ist die Figur des Gottmenschen, den niemand wirklich zu kennen scheint und doch aus den allzu klaffenden Lücken abendländischer Kultur herausstarrt. Graeffs literarischer Blick auf diese Figur ist schief, surreal, doch die Ergebnisse höchst zukunftsfähig!

 

Ich tat mich zunächst ein wenig schwer,

Eines der wichtigsten Bücher der letzten Jahre.

konzentriert durch das Werk zu gehen und kam daher recht gemächlich voran. Geschuldet ist das dem Inhalt, diesem zwar subjektiven aber doch hoch interessanten Erguss Gräff’scher Meditation. Der Schein trügt, betrachtet man den geringen Umfang. So wenige Seiten zwischen den Buchdeckeln vorhanden sind, so schwer wiegt der Inhalt. Nach einem halben Jahr dürfte es für mich an der Zeit sein, ein kleines Fazit zu versuchen.

Die Sprache ist für mein Empfinden überraschend zugänglich gestaltet und wesentlich ansprechender als beispielsweise in “Manifest der okkulten Kunst” oder “Ars Occulta”. Der Autor zieht den eher negativ belasteten Begriff des Gottmenschen von seinem angestaubtem Sockel und wirft ihn in den Strom menschlicher Entwicklung. Ich mag mich nicht in intensiven Lobeshymnen ergehen, wiederholen was vorhergehende Rezensoren (siehe Link zu Amazon) so schön beschrieben haben und sage einfach: jeder Mensch sollte dieses Buch lesen!
Ich übertreibe nicht wenn ich behaupte, dass es mir wichtige Fragen aufgeworfen und zugleich auch einige lange mitgeführte verworfen hat.

http://www.amazon.de/Dazwischen-Eine-kurios-philosophische-Suche-Gottmenschen/dp/3933321743/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1302943307&sr=8-1

Link zum Autor: alexander-graeff.de

Es gibt Tage, die brennen sich auf ewig in unser Gedächtnis ein. Tage, an denen wir alles in Frage stellen, was wir über die menschliche Natur zu wissen meinen.

Ausblickstraum

Ausblickstraum

Mit einem mal, gleich einem Donnerhall, wirst du aus der kleinen Sicherheit der Erkenntnis in die verdammten Abgründe unendlicher mentaler Abstraktion gestürzt. Und dieser Sturz wird hart, mein Freund.

Du wirst den fahl schmeckenden Gegenwind der Realität spüren, wie er dir das Gesicht zerschneidet und deine Haut versengt.

Wirst die Geschwindigkeit spüren, mit der dich die Gravitation in ihren kalten Schoß zieht und deine Knochen zerschmettert.

Wirst verzweifeln, dass niemand – kein Mensch, kein Tier, kein Gott – deine Schreie hören wird.

Stille. Und wieder Erkenntnis. Tiefe, allumfassende Erkenntnis.

Iesus lebt!

Sapere aude!

Sapere aude!

Iesus – ein Mensch, der den Lauf der Welt beeinflusst hat wie kein anderer. Eine Rechtfertigung auf über 2000 Jahre geistige Vergewaltigung und Dogma. Man kann spekulieren ob es diese Person gegeben haben mag oder ob er nur eine Legitimierung oder, ja vielleicht auch nur eine Metapher für den Revolutionsgedanken unterdrückter Menschen war (und ist). Sei’s drum. Wir werden es wohl nicht mehr erfahren und sehen nur das, was in seinem Namen auf und in die Welt gesetzt wurde und noch heute, nach Jahrtausenden, gleich einer Marke, als perverses Merchandising  zelebriert wird.

In seinem Namen wird mentale Barbarei und Unterdrückung glorifiziert und gefördert; bei Menschen, die nicht für sich selbst denken und handeln wollen, können oder, ja, gar nicht wissen, dass das erste Geburtsrecht des Menschen die Freiheit ist. Geistiger Natur mehr als alles andere. Menschen, die die Verantwortung der Last auf ihren Schultern nur zu gerne in die wohlwollenden Hände einer vermeintlich höheren Macht geben möchten.

Quo vadis?

Glauben jedoch ist eine zutiefst subjektive und persönliche Angelegenheit. Wird dieser Glauben zur Religion erhoben entstehen Dogmen, Treibstoff und Substanz der gedanklichen Versklavung – ohne die keine Religion funktionieren kann.

Mir stellt sich bei solchen Gedanken immer wieder die Frage, ob die Personen, um die diese Kulte gebaut werden, mit dem eingeschlagenen Weg konform gehen würden. Längst zu Staub zerfallen und vom mystizierenden Wind der Historikerfeder verklärt, hätten Iesus, Buddha und der Rest religiösen Zierrats sicher das ein oder andere Wort der Kritik anzumerken. Gemäß der Kant’schen Forderung, sollten wir unsere Kontemplation einmal besonders auf diesen Punkt richten und dem kritischen Weg ein Tor öffnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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